How To: Handabdruck aus Vinylfolie ausplotten (So mache ich das!)

Vor einigen Monaten hatte ich für das neue Büro meines Mannes einen 3D Bilderrahmen mit dem Handabdruck unseres Zwerges angefertigt. Voller Stolz hatte ich diesen dann auf meinem Facebook – Profil geteilt und die Resonanz war großartig. Seitdem darf ich, immer mal wieder, für meine Freundinnen einen solchen Rahmen anfertigen – wobei ich das davor auch schon durfte. *g*

Einige von Euch werden bestimmt noch die „Anfänge“ dieser Bilderrahmen kennen. Tatsächlich gibt es diese Idee schon eine ganze Weile. Zumeist findet man diese Rahmen zum Kauf auf diversen Handmade – Plattformen. Allerdings ist es bei vielen (damals, wie es heute ist kann ich nicht sagen) so gewesen, dass sämtliche Details aus dem Abdruck genommen worden sind. Der Gedanke dahinter ist gar nicht so doof, wenn man weiß, was davon abhängig ist. Der Plotter schneidet viel länger und irgendeiner muss das ganze am Ende ja auch entgittern.

Ich wollte es aber anders. Nämlich mit möglichst vielen Details. Mir gefiel die Vorstellung, dass das Licht der Lichtquelle im Bilderrahmen durch die ganzen Feinheiten scheint. Für mich macht es einen solchen Bilderrahmen besonders harmonisch. Außerdem wirkt es wesentlich lebendiger – meine Meinung dazu!

Zu Beginn hat mich das ganz schön viele Nerven gekostet. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch an meinen „Kollaps – Pc“ – falls nicht, dann lasst mich kurz berichten, was es damit auf sich hat. Zu Beginn meiner „Plotter-Karriere“ durfte ich einen 12 Jahre alten Computer mein Eigen nennen. Wie man sich vielleicht vorstellen kann, war das Arbeiten mit dem Gerät alles andere als angenehm. Um ehrlich zu sein: Am liebsten hätte ich diesen Kasten aus dem Fenster geworfen. Damals war aber nicht an eine Neuanschaffung in diesem Bereich zu denken.

Das Problem, welches mir am Ende fast den Spaß an meinem Vorhaben genommen hatte, war das der Pc sich einfach (so gut wie) immer aufgehangen hatte, wenn beim Nachzeichnen zu viele Details verarbeitet werden mussten. Da mir eine hohe Dichte hierbei sehr wichtig gewesen ist, hatte ich den Abdruck entsprechend angepasst. Am Ende war die Arbeit immer für die Katz, denn bevor alles verarbeitet werden konnte, war die Show schon wieder vorbei. Scheiße war das! *g*

Ich musste also einen Kompromiss eingehen: Nicht ganz so viel Detail, aber dafür mit dem Abdruck arbeiten und diesen ausschneiden können. Da auch die Zeit, die der Plotter zum schneiden benötigt und die Zeit für das entgittern dadurch verringert worden sind, war der Kompromiss für mich (damals) in Ordnung. Eventuell hatten damals auch die Anfragen einer Freundin etwas damit zu tun,dass dieser Kompromiss für mich in Ordnung war. Sie wünschte sich nämlich für Ihre Kinder ebenfalls Bilderrahmen und sollte diese auch als Geschenk zum Geburtstag bekommen. In so einer Situation ist man vielleicht eher dazu bereit, einen Kompromiss einzugehen.

Falls jemand von Euch auch so einen „Kollaps-Pc“ hat, dann habe ich für Euch folgend zwei Screenshots. Hier seht Ihr den Handabdruck unterschiedlichen Schwellenwerten. Die Einstellung dafür findet Ihr direkt auf der „ersten Seite“ im Nachzeichnen-Menü.

Bild 1 hat einen Wert von 45% und jede Menge Details, die beim nachzeichnen entstehen würden.
Bild 2 hat einen Wert von 65% und nicht ganz so viele Details.

Hier kann man natürlich ein bisschen mit den Werten spielen – bis es einem halt gefällt. Wer möchte, der kann auch alles entfernen oder manuell die einzelnen Elemente entfernen. Wie das geht, erkläre ich Euch gleich noch kurz.

Mittlerweile sind ja ein paar Monate (oder Jahre?) vergangen und der Kollaps-Pc wurde gegen einen neuen getauscht. Bei bestimmten Projekten gehe ich immer noch so vor, wie oben beschrieben. Aber die „Liebe zum Detail“ ist in der Zeit nie so ganz verschwunden. Um so mehr freut es mich natürlich, dass nun ein Abdruck mit sämtlichen Details nachgezeichnet und verarbeitet werden kann – ohne das etwas passiert.

Aber wie kommt so ein Handabdruck eigentlich in den Pc?

Dafür muss man – ganz normal – einen Abdruck nehmen. Wir machen das normalerweise mit dem Schwarz aus einem Tuschkasten. Die „Farbe“ wird dann dick angerührt und mit einem Pinsel (oder einem Stück Küchenkrepp – Achtung: hier können Flusen zurückbleiben) auf die Hand gestrichen und dann auf ein weißes Papier (ohne Struktur – am besten ist Kopierpapier) gedrückt. Auf dem Bild mussten wir allerdings auf Acrylfarbe zurückgreifen. Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen ist der Tuschkasten nämlich in ein schwarzes Loch gefallen.

Den Abdruck auf den Pc übertragen und in der Software öffnen.

In 99 % aller Fälle mache ich das Bild mit meinem Handy. So, dass man den Abdruck möglichst gut „umschlossen“ hat und deutlich zu sehen ist. Meistens werden mehrere Bilder gemacht – falls etwas verwackelt. Meine Bilder werden dann per App in eine Cloud (OneDrive) geladen und dann vom Pc aus auf dem z.B. dem Desktop gespeichert.

In der Silhouette Software wird dann das Bild über die Reiter „Datei“ -> „Öffnen“ das Bild auf dem Desktop ausgewählt und auf dem Arbeitsbereich geöffnet. Eventuell muss das Bild dann noch ein wenig verkleinert werden.

Die hohe Kunst des Nachzeichnens

Mittlerweile benutze ich für die Handabdrücke gern die neue Funktion „nach Farbe nachzeichnen“. Diesen Menüpunkt findet man auf der „zweiten Seite“ im entsprechenden Menü. Weil der Handabdruck in Schwarz ( geht natürlich auch bei jedem anderen Farbe) auf einem weißen Papier abgenommen worden ist, ist das Nachzeichnen mit dieser Funktion ein absolutes Kinderspiel.

Aber auch hier kann man natürlich ein bisschen mit der Toleranz spielen – sofern man das möchte. Manchmal ist es aber trotzdem ganz sinnvoll sich den Abdruck vor dem Schneiden noch einmal etwas genauer anzuschauen. Ab und an kann es mal eine Ansammlung von vielen „Sprenkeln“ geben – die so klein sind, dass während des Schneidens so oder so verschwinden (dazu gleich mehr) und die Zeit, die der Plotter zum schneiden benötigt um ein vielfaches erhöht.

In meinem Beispiel ist das diesmal zwar nicht der Fall, aber falls sich jemand dazu entschließen sollte, diesem „How-To“ zu folgen, dann möchte ich Euch kurz erklären, wie Ihr diese „Sprenkel“ ganz einfach entfernen könnt.

Der nachgezeichnete Abdruck wird ausgewählt und per „Rechtsklick“ wird das Kontextmenü geöffnet. In diesem Menü ist der Unterpunkt „Verknüpfte Pfade lösen“ zu finden. Ist diese Funktion ausgewählt worden, dann lösen sich die Verknüpfungen und die Elemente stehen frei – sind also einzeln auswählbar.

Die gewünschten Elemente können nun ganz einfach ausgewählt und anschließend entfernt werden. In meinem Bild (unten) wurde mit der Maus ein ganz Bereich ausgewählt.

Anschließend öffnet wieder das Kontextmenü und wählt dort die Funktion „Verknüpfte Pfade erstellen“ aus. So bleibt alles beieinander. 😉

Den Handabdruck ausschneiden 

Vielleicht gibt es ja jemanden, der bis hier hin gelesen hat und sich schon die ganze Zeit fragt: „Wie will die diese ganzen Fitzelchen denn später entgittern?“.  Die Frage ist berechtigt. Keiner hat „Lust“ so viel zu entgittern. Vielleicht noch beim ersten oder zweiten Abdruck – aber nach dem dritten oder vierten hört der Spaß dann auch einfach auf.

Info: Wer perfekt in Szene gesetzte Schnittbilder gewohnt ist, der muss nun ganz stark sein. ♥

Vielleicht mag das folgende Bild den ein oder anderen verstören. Normalerweise empfindet man einen solchen „Schnitt“ eher als Katastrophal – denn der Plotter tut etwas, was wir eigentlich immer versuchen zu vermeiden und mit Hilfe der „richtigen“ Einstellung in der Software zu verhindern.

Die kleinen Fitzel werden von der Klinge des Messers einfach heraus gehoben / und oder geschoben*. So entgittert sich das ganze „irgendwie“ von ganz allein. In diesem Fall ist das sehr praktisch,findet Ihr nicht? Leider werden nicht nur die Details entgitter, die wir so oder so bearbeiten würden, sondern auch die, die freistehend sind. Klickt das folgende Bild gern einmal an um es Euch genauer anzusehen.

Die Fitzel findet man in den meisten Fällen an der Klinge und/oder auf dem Abdruck wieder. Wenn das gröbste entgittert wurde, dann fahre ich immer noch einmal mit dem Finger über den Zuschnitt und entferne all die Reste, die ich als störend empfinde. Sind zu kleine Teile nicht schon beim Schneiden entgittert worden, dann lasse ich sie meistens so, wie sie sind. Ein Blick „unter“ das Messer lohnt sich auf jeden Fall: Hier befinden sich alle Fitzel.

Für mich wäre an dieser Stelle noch interessant, wie sich so ein Handabdruck mit dem CB09 verhält. Vielleicht wäre das die perfekte Gelegenheit um neue Klingen zu bestellen. <3

Vor dem nächsten Einsatz solltet Ihr auf jeden Fall das Messer reinigen. Das ist nicht schwer und dauert höchstens 10 Sekunden. Die kleinen Fitzel lassen sich einfach mit dem Finger „abwischen“. Sollte sich etwas auf der Klinge befinden, dann könnt Ihr diese einfach auf Stufe 10 einstellen und die Reste dann von der Klinge entfernen. Bedenkt bitte, dass diese „Art“ Verschmutzung nicht explizit an dem Handabdruck liegt. Jede Arbeit, die so Detailreich und aus Vinylfolie ist, birgt dieses „Risiko“. 😉

Bisher sind meine Abdrücke alle aus Vinylfolie entstanden. Hierfür verwende ich die matte Folie von Oracal. Das hat immer wunderbar funktioniert und lies sich sehr gut verarbeiten. Habt ein bisschen Nachsicht mit mir, wenn ich Euch nicht sagen kann, wie sich so ein Handabdruck bei einer Bügelfolie verhält.

Detailansicht des Handabdruckes

Im Hintergrund: Der erste Rahmen (Action) , den mein Mann sonst im Büro stehen hat. Im Vordergrund der Rahmen (Ikea) mit dem Abdruck aus diesem Beitrag.

Der Rahmen für meinen Mann war damals übrigens ein „Übungsprojekt“ um sich ein bisschen mit der Vinylfolie anzufreunden – so besonders gut verstehe ich mich ja mit diesen selbstklebenden Folien nicht. Wobei es mittlerweile echt geht. *g* Damals hatte ich auch des öfteren mit der Software „Inkscape“ (dort kann man ja auch „nachzeichnen“) herumgespielt und empfand dies damals als angenehmer. Eben, weil mein Pc damals nicht permanent abgestützt ist. 😉

Ist das alles erledigt, dann kann der Handabdruck entsprechend weiter verarbeitet werden. Beispielsweise auf einem 3D Bilderrahmen. In diesem Beitrag könnt Ihr Euch anschauen, wie das ganze mit Sterntaumfolie gemacht wird.

Liebe Grüße,
Anja

Material & Gedöns
RIBBA Bilderrahmen von Ikea*
Vinylfolie: Oracal 631 (matt) über Plotter-Anne
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*Affiliate-Link

Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Unabhängig von diesem Beitrag (das ist mir einfach zu aufwändig 🙂 aber ich hab es trotzdem komplett gelesen!) ein herzliches Dankeschön für Deinen ganzen Plotter Tutorials. Ich weiß nicht, wie oft ich schon etwas gesucht habe und mir dachte – das finde ich bestimmt bei „Blog ohne Namen“! Und hab es dann auch gefunden. Danke, danke, danke!
    LG, uta

    Antworten

    • Liebe Uta,
      vielen Dank für dein tolles Feedback,dass geht ja runter wie Öl! 🙂
      Es freut mich sehr, wenn Dir meine Tutorials helfen. ♥

      Viele Grüße,
      Anja

      Antworten

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