[Plotter-Anleitung] Doodle-Dateien mehrfarbig plotten.

mehrfarbig-plotten-mit-doodle-dateien-2a

Doodle-Dateien sind im Moment der totale Renner. Das werdet Ihr bestimmt auch schon gemerkt haben – und sind wir mal ganz ehrlich? Die sind doch auch wirklich schön anzusehen. Für mich ist das ganze besonders toll, denn die „klassischen“ Plotter-Motive sind nicht so meins. Zum einen gefallen mir die ganzen Schichten an Flex,- und Flockfolie nicht so wirklich und zum andern ist man – je nach Datei – an die verschiedenen „Schichten“ gebunden.

Bei Motiven, wo das Motiv erst zu einem wird, wenn man alle „Ebenen“ übereinander gebügelt hat, ist es nicht möglich einfach zu sagen: „Okay,ich will das jetzt weglassen,weil es mir nicht gefällt.“ Dann würde vielleicht der Apfel keinen Stängel haben oder das Boot hätte bspw. keine Segel. Das ist von Motiv zu Motiv verschieden,versteht sich.

Anders sieht das da bei den sog. Doodle-Dateien aus. Der Name „Doodle“ kommt ganz häufig bei den Stickmaschinen-Mädels vor und bedeutet eigentlich nur, dass das Motiv von Hand gezeichnet wurde. Vermutlich macht es das ganze so besonders: Jeder Designer hat ja seinen ganz eigenen Stil der in die Zeichnung hinein fließt.

Meinen ersten Versuch mit einer solchen Datei habe ich mit der tollen Fine & Friends* – Datei von Nikiko gemacht.

fine-and-friends-auf-hamburger-liebe-beanie

Bei der Größe war das gar nicht so einfach – auf einer Beanie ist das ganze ja doch recht klein. Aber irgendwann hat es dann geklappt. *g* … Jedenfalls gefiel mir das auf Anhieb – und sind wir mal ehrlich: So doof sieht das gar nicht aus,oder?

Mittlerweile findet man wirklich viele dieser wundervollen Dateien – bei den einen sind die Elemente für einen mehrfarbigen Plott direkt in der Datei enthalten und bei anderen leider nicht. Deswegen – und weil mich deshalb mehrere Anfragen erreicht haben – zeige ich Euch heute mal, wie man ganz einfach aus einer gezeichneten Datei, ein mehrfarbiges Bügelbild erstellt. Es ist auch nicht schwer, versprochen..!

Damit Ihr das ganze einfach nacharbeiten und mal ausprobieren könnt, habe ich mich für eine Datei von Freepik entschieden – hier gibt es jede Menge (kostenlose) Dateien. Den Papier Flieger findet Ihr hier.

Ich habe das Bild aus dem Download Ordner genommen und anschließend nachgezeichnet. Damit nur der Papier-Flieger vorhanden ist, wurden die verknüpften Pfade gelöscht und anschließend alles unbrauchbare einfach gelöscht.Solltet Ihr einmal eine Datei haben, bei der noch alle Elemente miteinander verbunden sind, dann solltet Ihr die verknüpften Pfade löschen. Üblicherweise ist das aber nicht der Fall und dieser Arbeitsschritt entfällt. 🙂

Möglichkeit 1

So wird´s gemacht:

Wenn die Datei geöffnet ist, dann sieht sie erst einmal ganz normal aus. Üblicherweise sind bei diesen (gekauften) Dateien die verschiedenen Elemente nicht miteinander verknüpft – auf den ersten Blick erkennt man das nicht sofort. Deswegen ist der erste Schritt eigentlich immer, dass Motiv einmal großflächig mit der Maus zu markieren.

gezeichnete-dateien-mehrfarbig-plotten

Am obigen Bild könnt Ihr anhand der gestrichelten Linie erkennen, wie ich meine Maus bewegt habe, damit das ganze Motiv eingeschlossen wurde. Jetzt lässt sich auch erkennen, dass sich im „inneren“ ganz viele einzelne Elemente befinden. Das erkennt man daran, dass jedes Element ein eigenes „Kästchen“ hat. Wer das ganze NICHT erkennen kann, der möge bitte das Bild zur vergrößerung anklicken.

Tipp: Sollte Eure Datei das so nicht haben, dann solltet Ihr es mit einem  rechtklick auf das Motiv probieren. In dem Menü,welches sich dann öffnet, wählt Ihr „Verknüpfte Pfade löschen“ aus. Dann sollte es bei Euch auch so aussehen.

Wählt anschließend eines der Teile aus – und färbt es mit der Funktion „Füllfarbe“ ein. Ich arbeite immer von „unten“ nach „oben“.

Für ein besseres Verständnis färbe ich die nächsten „Schritte“ ein. Kein Muss – könnt Ihr aber gern machen.mehrfarbig-plotten-mit-gezeichneten-dateien2
mehrfarbig-plotten-mit-gezeichneten-dateien3

Das macht man dann mit allen anderen Teilen genau so, bis es einem gefällt. Hinweis: Ihr könnt auch das hellgrau gefärbte Teil direkt an die Seite schieben und anschließend die einzelnen Teile markieren/verschieben/guppieren/färben – macht es so, wie Ihr das am besten könnt. 🙂

Am Ende könnte das ganze dann so aussehen:

gezeichnete-dateien-mehrfarbig-plotten1

Wer ganz genau hinschaut, der wird sehen, dass der „Luftschweif“ noch ein bisschen „komisch“ aussieht. Im Endeffekt ist das nicht schlimm, da ja die Schnittlinien erhalten geblieben sind. Komisch aussehen tut es nur, weil die Pfade nicht miteinander verknüpft worden sind – und: Weil wir eine Füllfarbe angelegt haben. Ohne Füllfarbe würde das ganze gar nicht auffallen.

Am einfachsten ist es, wenn Ihr den Schweif wieder mit der Maus markiert und die Verknüpften Pfade erstellt. So gibt es beim schneiden keine böse Überraschungen.

Vor dem Schneiden sollten entprechend getrennt werden: Zieht dafür – sofern Ihr das noch nicht getan habt – die verschiedenen Ebenen auseinander. Habt Ihr mehrere Teile, die zusammenhängend aus einer Farbe ausgeplottet werden sollen, dann gruppiert diese am besten.

gezeichnete-bilder-mehrfarbig-plotten

So schaut das ganze aus. Schick,oder? Jetzt könnt Ihr das ganze einfach in den gewünschten Folien ausplotten und habt ein mehrfarbiges Bügelbild. 😉 Unten seht Ihr das ganze noch einmal ohne Farbe – funktioniert genau so.

mehrfarbig-plotten-mit-gezeichneten-motiven

Aus unserer Kontur wurden somit 3 Teile für einen mehrfarbigen plott. Praktischerweise kann so auch direkt erkennen, wie man die ganzen Teile später aufbügeln muss, damit aus 3 einzelnen Teilen ein ganzes wird. Die Basis bildet der hellgrau gefärbte Umriss, darauf kommen die dunkelgrau gefärbten Teile und zum Schluss kommt der Schweif hinten dran.

Möglichkeit 2

Optisch unterscheiden sich beide Möglichkeiten nicht sonderlich. Lediglich die herangehensweise ist eine andere: Hier erstellen wir mit der Hilfe einer Kopie das Teil für den mehrfarigen Plott. Zudem bleibt bei dieser Möglichkeit die Kontur als solche enthalten. Das bedeuetet, dass wir entscheiden können, welche Teile wir für einen mehrfarbigen Plott auswählen und welche nicht.

Damit Ihr das ganze besser nachvollziehen könnt, habe ich ein anderes Motiv verwendet – welches im inneren Details enthält. So lässt sich das ganze für Euch einfacher nacharbeiten. 🙂

mehrfarbig-plotten-mit-gezeichneten-dateien

Zum besseren Verständis: Bei Schritt 1 wurde das Motiv kopiert und anschließend wurde die Kopie (ab 2) verändert. Wenn Ihr bei Punkt 4 angekommen seid, dann solltet Ihr also ein originales Motiv haben und eine Kopie bei der nur noch die Teile für das mehrfarbige plotten übrig geblieben sind.

1. Das Motiv wurde nachgezeichnet (Verknüpfte Pfade werden nicht gelöscht) und kopiert.
2. Die Verknüpften Pfade wurden gelöscht und die äußere Kontur entfernt.
3. Die einzelnen Details im inneren werden per Klick entfernt. Die Teile für das mehrfarbige plotten sind fertig.
4. Die Teile zum mehrfarbiggen plotten sind fertig. Optional: Die einzelnen Teile gruppieren – wenn alle Teile verwendet werden sollen. Falls nicht: Gewünschte Elemente entfernen und anschließend gruppieren.

Auf dem unteren Bild könnt Ihr nun sehen, wie man das ganze weiter verarbeiten kann. Hierfür habe ich wieder Füllfarben benutzt:

mehrfarbig-plotten-mit-gezeichneten-motiven1

Die beiden Teile aus dem ersten Arbeitsschritt werden anschließend zusammengesetzt und sehen dann aus wie bei Bild 2. Damit der Ebenenaufbau gleich noch ein bisschen deutlicher wird, zeige ich Euch bei 3 warum es sinnvoll ist, wenn man nicht immer einen kompletten Untergrund (wie in Möglichkeit 1) hat.

Jetzt sieht das ganze schon ganz gut aus – lediglich die Details sind unter dem Teil für den mehrfarbigen Plott verschwunden, denn die Kontur liegt im Moment im Hintergrund und wird von dem anderen Teil (braun) überdeckt.
Damit sich das ändert, werden die braunen Motive einfach in den Hintergrund geschoben (man könnte auch einfach die schwarzen Konturen in den Vordergrund legen). Sieht dann so aus:

mehrfarbig-plotten-mit-gezeichneten-motiven2 mehrfarbig-plotten

Fertig ist das ganze – und ganz nebenbei habt Ihr auch noch dass arbeiten mit den verschiedenen Ebenen einmal ausprobiert.  Praktisch,oder? 😀

Möglichkeit 3

Jedenfalls – es gibt noch eine weitere Möglichkeit(3), wie man das ganze machen kann. Wobei es vielleicht nicht zwingend eine Möglichkeit sondern eher ein Hilfsmittel ist. Es gibt nämlich Motive, bei denen man mit keiner der oben aufgeführten Varianten, die Möglichkeit hat ein gescheites Teil für einen mehrfarbigen Plott heraus zu bekommen. Manchmal ist das einfach so – aber auch hier gibt es einen ganz einfachen Trick um sich zu helfen:

doodle-dateien-mehrfarbig-plotten

Bei dem Mädchen sollen lediglich die Haare sowie das Kleid eingefärbt werden. Das Motiv ist aber nun so gezeichnet, dass man für die Haare kein passendes Teil erstellen kann. Hier hilft uns das Polygon-Werkzeug schnell & zuverlässig. Yeah! 😀

Wählt das Polygon-Werkzeug auf der linken Seite aus und beginnt mit der Punktbearbeitung. Führt die Punkte entsprechend der Kontur entlang und korrigiert die Punkte ggf. später nach. So erstellt Ihr selbst ganz schnell das passende Teil für den mehrfarbigen Plott – und da das ganze später eh von der Kontur überdeckt wird, muss man das auch nicht so ordentlich machen. 😀
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 doodle-dateien-mehrfarbig-plotten-und-mit-dem-polygon-werkzeug-anpassen1 doodle-dateien-mehrfarbig-plotten-und-mit-dem-polygon-werkzeug-anpassen2

Hinweis: Je weniger Teile man später hat, desto einfacher ist das aufbügeln. Es kann durchaus zu einem Problem werden, wenn man viele verschiedene Teile hat und diese dann auf einem Textil anordnen muss. Dadurch, dass ja die Kontur zum Schluss aufgebracht wird gibt es keine richtigen Orientierungspunkte,die beim ausrichten helfen können. Fangt deswegen vielleicht lieber etwas „einfacher“ an.

mehrfarbig-plotten-mit-doodle-dateien

Auf dem obigen Bild könnt Ihr meine einzelnen Teile (1) erkennen. Als erstes wird das Haar unter die Kontur gefriemelt (2) und aufgebügelt (3). Die Transferfolie wird abgezogen und anschließend wird wieder die Kontur aufgelegt und kann an dem Teil für die Haare ausgerichtet werden (4). Jetzt wird das farbige Teil für das Kleid angepasst,aufgebügelt und von der Transferfolie befreit (5). Zuletzt kommt die Kontur über beide Teile und schon ist das ganze fertig (6). 🙂

lichtbeutel-mit-geplotteten-doodle-dateien

So – Ich hoffe, dass all Eure Fragen beantwortet sind. Falls nicht, dann hinterlasst gern ein Kommentar. 🙂

Viel Spaß & Freude beim nacharbeiten & ausprobieren.

Anja

Das Beste kommt ja immer zum Schluss: Ein riesen Dank gilt auch an die Mädels, die das ganze mehrfach Probegelesen und fleißig die Nachvollziebarkeit getestet haben. Danke! 😀

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Kommentare (8) Schreibe einen Kommentar

  1. Also wenn es irgendjemand drauf hat zu plotten, dann du!!! Du machst so geniale Anleitungen!! Hätte ich deinen Blog nicht gefunden, hätte ich den Plotter wohl schon in den Müll geschmissen! Vielen Dank für deine tollen Tipps und Tricks! Und für die schönen Ideen!! Mach bitte weiter so! Ich werde mich dann wohl mal an die Nähmaschine setzen, und ein paar Mützen für Nikolausi nähen. Die werden dann auch erstmal bedoodelt.
    Wünsche einen schönen zweiten Advent

    Antworten

  2. Vielen Dank für deine sehr gut verständliche Anleitung.
    Das ist ein Thema an das ich mich noch nicht so richtig ran getraut habe. Nun werde ichs mal versuchen.

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  3. Der Hammer,
    Habe mir schon viele Blogs angeschaut und keiner war so gut geschrieben wie deiner.
    Das meiste habe ich mir selber beibringen müssen, da es nie eine geeignete anleitung gab. Oft war ich kurz vorm aufgeben, aber dank dir kann ich nun meine arbeit verfeinern und neue Ideen entwickeln.
    Dickes fettes DANKE dafür !!!!

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  4. Vielen Dank für diese Anleitung….das werde ich bald ausprobieren. Taste mich gerade an die Handhabung der Software heran. Habe gerade durch zufall deinen Blog gefunden….;) Ich finde dieses Mädchen total süss. Woher ist die Datei, ich brauche sie unbedingt!!! <3

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  5. Hallo, eine Frage hätte ich zu den schwarzen Konturen (bin Anfängerin was das Plotten anbelangt): Wurden diese auf schwarze Flexfolie geschnitten und dann entgittert (sicher sehr aufwändig bei den feinen Linien) oder wurden die Konturen auf transparente Bügelfolie gedruckt?
    Danke für die Rückmeldung!

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    • Hallo Claudia,
      Ja genau. Die einzelnen Linien wurden geschnitten und dann entgittert.
      Liebe Grüße,
      Anja

      Antworten

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