Plotter-Anleitung: Quiltmuster mit dem Plotter auf Stoff zeichnen (mit Freebie)

Vor einiger Zeit hatte ich Euch meine Tassenuntersetzer gezeigt. Diese sind mit einer selbst gebastelten Datei für den Schneideplotter ganz einfach gequiltet worden. Da es zu diesem Thema nun doch einige Anfragen gegeben hatte, gibt es diese Datei heute für Euch als kleines Freebie – incl. einer kleinen Erklärung, wie Ihr diese Datei am besten verarbeiten könnt.

Welches Material wird benötigt:
– Schneideplotter
– Stifthalter (Universal V2 oder Stifthalter mit 3 Kappen*)
Löschbarer Trick-Marker*
– Schneidematte
– Das Freebie, welches Ihr hier herunterladen könnt.

Zuschnitt für zwei ca. 25x25cm große Untersetzer:
– 2x Hauptstoff – 28x28cm
– 2x Rückenstoff – 28x28cm
– 2x Wattierung z.B. Vlieseline H630/640, Thermolan

Weiteres Zubehör:
– Nähmaschine
– Stecknadeln / Stoffklammern
– Schrägband
– Handmaß
– Patchworklineal, Rollschneider, Schneidematte (z.B. von Snaply* im Set)

Was ist zu beachten?
Der Einsatz von selbstlöschenden Stiften sollte vorab immer getestet werden. Vielleicht habt Ihr schon einmal davon gehört, dass aufgezeichnete Linien im Laufe der Zeit wieder sichtbar werden? Dies ist ein Punkt, den Ihr immer im Hinterkopf behalten solltet. Die Stifte und die darin enthaltenen Farben sind alle verschieden, so wie es auch die verwendeten Stoffe sind. Probiert deswegen auf jeden Fall einmal aus, wie sich der selbstlöschende Stift mit Eurem Stoff verträgt. Kalkuliert dabei u.a. ein, dass man vielleicht nicht alle Projekte an einem Tag schafft und die Farbe auch nach mehreren Tagen noch auswaschbar sein muss.

Bedenkt auch, dass – unabhängig davon, welchen Schneideplotter Ihr besitzt – ein erhöhter Zeichendruck dafür sorgt, dass mehr von der Farbe in das Gewebe einziehen kann. Dies kann u.U. dazu führen, dass sich die Farbe schwerer auswaschen bzw. entfernen lässt.

Variationsmöglichkeiten:
Euch steht es natürlich frei, was Ihr letztendlich mit diesem Motiv machen möchtet. Statt Tassenuntersetzer lassen sich so z.B. auch Untersetzer für Töpfe oder ganz einfache Topflappen machen. Hierfür könnt Ihr das Muster ganz einfach entsprechend Eurer Vorstellung vergrößern und dieses dann von Eurem Schneideplotter aufzeichnen lassen.

Funktionsweise:
Die Datei dient lediglich dazu um das Muster aufzeichnen zu lassen. Alle Arbeitsschritte, bei denen geschnitten werden muss, werden von Hand – also mit einem Rollschneider, Patchworklineal und einer Schneidematte – vorgenommen. Bei einem exakten Zuschnitt mit dem Schneideplotter könnte es passieren, dass – nach dem Quilten – die einzelnen Teile nicht mehr genau passen und sich verzogen haben. Wer gar keine Lust auf mein Muster hat, der kann auch mit jeder anderen Datei, die sich zeichnen lässt, arbeiten.

So wird´s gemacht:

Öffnet die gewünschte Datei in der Silhouette Software und passt diese ggf. noch in der Größe (1) an. Welche Größe Ihr letztendlich wählt, bleibt Euch überlassen. In meinem Beispiel habe ich mich für die Maße 25x25cm entschieden, um später aus Ihnen Untersetzer für (vermutlich) Töpfe zu machen. Solltet Ihr euch für ein anderes Maß entscheiden, dann schneidet bitte den Stoff immer einige Centimeter größer zu. Den Grund dafür findet Ihr im vorherigen Absatz „Funktionsweise“.

Geht nun auf den Reiter „Senden“ (2) und nehmt dort die passenden Einstellungen (3) für Euren Stifthalter und den Stoff vor. Nun könnt Ihr die Schneidematte sowie den Stifthalter in das Gerät einsetzen und den Zeichenvorgang starten.

Tipp: Für diejenigen, die noch nie mit einem Stifthalter gearbeitet haben, ist dieser Beitrag vielleicht eine Hilfestellung.

Sobald der Zeichenvorgang abgeschlossen ist, sollte das Motiv deutlich auf dem Stoff zu sehen sein. Sollte das nicht der Fall sein, dann kann der Zeichenvorgang ein weiteres mal ausgeführt werden. Entfernt anschließend die Schneidematte aus dem Plotter und löst den Stoff vorsichtig von der Matte ab.

Quilt Anleitung:

Für das Quilten gibt es diverse Regeln, die man einhalten „sollte“. Da dieser Bereich für mich noch ganz neu ist und ich noch nicht mit allen „Regeln“ vertraut bin, seht es mir bitte nach, wenn nicht alles absolut perfekt ist.  Trotzdem habe ich mich bemüht diesen Part möglichst gut zu beschreiben.

Legt den Hauptstoff (mit dem aufgezeichnetem Motiv) mit der unschönen (linken) Seite auf die Wattierung und anschließend auf die unschöne Seite des Rückenstoffes. Die beiden schönen Seiten beider Stoffe schauen also nach außen. Achtet darauf, dass alles möglichst gleichmäßig übereinander liegt. Steckt die beiden Stoffe gut zusammen, damit nichts verrutschen kann.

Jetzt kann mit dem Quilten begonnen werden. Üblicherweise wird damit immer in der Mitte begonnen und sich dann nach Außen gearbeitet. Diese Arbeitsweise sorgt dafür, dass der Stoff immer zur Außenseite verdrängt wird und so schön „glatt“ liegt. Dadurch können bzw. sollten keine Falten oder Unebenheiten entstehen.In diesem Fall ist es allerdings ein kleines bisschen anders. Begonnen wird am Startpunkt – mit den grünen Linien (1). Diese ragen am weitesten in die Mitte und sind somit perfekt für die ersten Nähte geeignet. Folgt den Pfeilen, bis Ihr wieder am Starpunkt ankommt und folgt dann den pinken Pfeilen (2), dann den blauen Pfeilen (3) und zuletzt den lilafarbigen (4). Lila dient in diesem Fall lediglich dafür, dass die Naht am Rand komplett durchgehend ist und das Anlegen des Lineals später einfacher wird. 😊

Eventuell mag aber auch jemand gar nicht alle Linien nachnähen – wie Ihr das letztendlich macht, bleibt Euch überlassen. In meinem ersten Beitrag zu diesem Thema, hatte ich Euch ja schon die verschiedenen „Musterbildungen“ durch die unterschiedlichen Nähte gezeigt.

Mein Schrägband hat, im fertigen Zustand (wenn es also fertig angenäht ist) eine Breite von circa einem Centimeter. Da hier aber mehrere Lagen Stoff sowie Vlies eingefasst werden müssen, würde man bei einer Nahtzugabe von einem Centimeter in Schwierigkeiten kommen. Zum einen muss garantiert sein, dass die äußerste Naht vom Schrägband verdeckt wird. Zum anderen muss genug Spielraum vorhanden sein, damit sich die vielen Lagen später nicht unter dem Schrägband stauen und unschöne „Knubbel“ bilden.

Deswegen wird das Patchworklineal entsprechend auf die äußere Naht angelegt und auf maximal 0,7 Centimeter zurückgeschnitten. In den folgenden Bildern seht Ihr, wie Ihr es anhand der Markierungen anlegen könnt. Bei mir seht Ihr nun einen Centimeter, damit es auf den Bildern hoffentlich ausreichend zu erkennen ist.


Anbringen des Schrägbandes

Begonnen wird damit, dass ein Ende des Schrägbandes um ca. 1,5 cm umgeschlagen wird. Legt dieses Ende am besten in der Mitte der Kante auf. Anschließend wird kurz hinter der schönen Kante mit der Naht begonnen. So kann sich hier nichts mehr lösen. Näht bis kurz vor die erste Ecke und legt dort das Handmaß an. Setzt eine Markierung, die entsprechend eurer Nahtzugabe ist – in meinem Fall sind es dann 0,9cm.

Die Markierung könnt Ihr auf dem Stoff oder dem Schrägband anbringen, so wie es für Euch am angenehmsten ist. Näht nun bis zu dieser Markierung, verriegelt die Naht und beendet den Nähvorgang. Überstehende Fäden werden abgeschnitten. Legt das Schrägband nun im 45 Grad Winkel an. Wenn die Ecken miteinander abschließen habt Ihr alles richtig gemacht. Faltet das Band nun wieder zurück, so dass alle Kanten bündig miteinander abschließen und Ihr die nächsten Gerade bis zur zweiten Ecke mit dem Schrägband anlegen könnt.

Wenn alles gefaltet worden ist, dann nehmt wieder das Handmaß und messt wieder den Wert eurer Nahtzugabe ab. Beginnt an dieser Markierung mit dem Nähen (verriegeln nicht vergessen) und näht die Strecke wieder bis kurz vor die nächste Ecke. Dort werden die Arbeitsschritte dann wiederholt – bis alle Ecken fertig sind.

Seid Ihr am Anfang (bei dem umgeschlagenen Schrägband) wieder angekommen seid, dann legt das ungefaltete Ende über das andere Teil und näht knapp bis hinter die offene Kante und verriegelt dort die Naht.

Das Schrägband ist nun von einer Seite ringsherum angebracht und kann umgeschlagen werden. Ich beginne damit immer an einer Seite in der Mitte und stecke einige Centimeter Richtung Ecke mit Stoffklammern ab. Dieser Schritt hilft mir dabei, die Ecken in den weiteren Schritten schön zu formen und das gesamte Schrägband ordentlich anzubringen. Die letzte Stoffklammer sollte dabei etwa 3-4 Centimeter von der Ecke entfernt sein, damit noch Spielraum zur Verfügung steht um das Schrägband in Falten (B) zu legen und dann umklappen zu können.

Damit sich in der Ecke kein Stoff stauen kann, sollte darauf geachtet werden, dass sich das Schrägband komplett angelegt hat. Aussehen sollte es dann wie im dritten Bild (C)

Nun wird an einer Seite damit begonnen, dass Schrägband, bis zur Ecke, ganz umzuschlagen (D). Anschließend kann die andere Seite (E) umgeschlagen und mit einer Stoffklammer (oder einer Stecknadel) fixiert werden. Solltet Ihr bei der zweiten Seite Schwierigkeiten damit haben, das Schrägband ordentlich anzulegen, könnt Ihr bspw. mit einer Ahle den Knick (D) ein wenig eindrücken. So lässt sich das Band besser in Form bringen.  Wenn das bei allen 4 Ecken gemacht worden ist, dann kontrolliert noch einmal, ob das Schrägband auf der Vorder und Rückseite gleichmäßig übereinander liegen. So verhindert Ihr, dass die Nadel neben dem Schrägband einsticht. Wenn alles in Ordnung ist, dann könnt Ihr das Schrägband von oben knappkantig absteppen.


Schneidet anschließend alle überstehenden Fäden ab und wascht den Trickmarker aus dem Stoff aus. Fertig sind die Untersetzer, oder Topflappen … oder, was Euch damit noch so einfällt. ♥

Ich hoffe, Ihr habt ein bisschen Lust bekommen, Euch auch einmal an diesem Projekt zu versuchen. Es ist wirklich sehr einfach. Sollte etwas im ersten Anlauf nicht sofort funktionieren, dann verzweifelt nicht. Übung macht ja bekanntlich den Meister! Besonders beim anbringen des Schrägbandes bedarf es tatsächlich ein bisschen Übung. 🙂

Viel Freude beim nacharbeiten,
Anja

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