[Plotter-Anleitung] Die erste Verpackung – Das ist sinnvoll zu wissen.

[Plotter-Anleitung] Die erste Verpackung - Das solltet Ihr beachten.Hier kommt nun, wie versprochen der nächste Teil aus der Reihe „Jeder kann plotten (lernen)!“. Heute wollen wir eine ganz einfache Verpackung erstellen. Hierfür braucht Ihr nicht all zu viel,lediglich ein wenig Papier,Kleber und ein paar Kleinigkeiten zur Verzierung.

Ein paar Grundlagen habe ich Euch bereits in diesem Beitrag > Klick < erklärt. Solltet Ihr also zum ersten Mal mit Papier arbeiten, so wäre es sinnvoll, wenn Ihr diesen Beitrag vorab einmal durchlest. So bekommt Ihr schon einmal das wichtigste vermittelt.

Entschieden habe ich mich für eine Verpackung aus dem Silhouette Store. Wer 1:1 nacharbeiten möchte, der kann sich diese Datei anhand der Design ID heraussuchen.
Ich kaufe gerne Dateien, wo zusätzlich noch ein bisschen „Schnick Schnack“ wie beispielsweise diese 3D Blume dabei ist. Die müsste man andernfalls noch einmal separat bezahlen. 😉

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Wenn Ihr die Datei gekauft und heruntergeladen habt, dann könnt Ihr diese Datei ganz einfach aus der Bibliothek öffnen – wie das alles funktioniert, habe ich Euch hier in einem Beitrag erklärt: > Klick <.

Anschließend findet Ihr das ganze so auf Eurem Arbeitsbereich wieder.Damit Ihr das ganze wieder etwas besser erkennen könnt,habe ich die einzelnen Teile wieder mit einer Füllfarbe gefüllt.

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Ihr könnt hier nun die einzelnen Elemente erkennen. Den Boden,Deckel und die Zierde unserer Verpackung. Für jemanden, der mit basteln bisher nicht wirklich viel zu tun hatte, der wird mit Sicherheit ein wenig verwirrt sein.

Eventuell anfallende Vorarbeit: 
Zuerst solltet Ihr die Gruppierung aufheben. Dateien die im Silhouette Design Store gekauft werden, sind in 98% aller Fälle (bei mehreren Elementen) zu einer Gruppe zusammengefasst.Bevor wir mit dem Bearbeiten einer Datei beginnen, ist es ratsam, sich die Datei immer einmal genauer anzuschauen. Meistens lösen sich dann bereits die meisten Knoten im Kopf.

Bei der Datei, die ich nun für diese Anleitung gekauft hatte, hat sich ein kleiner „optischer“ Fehler eingeschlichen. Dieser Fehler ist nicht weiter tragisch,allerdings kann er bei dem ein oder anderen, der gern mit „schönen“ Falzlinien arbeiten möchte zur Verzweiflung führen.

2015-06-07_11h37_57Schaut man genau hin, so sieht man relativ schnell, dass hier Falzlinien „fehlen“. Diese fehlen aber eigentlich nicht, sondern sind für uns lediglich nicht sichtbar, da sie hinter dem Zuschnitt versteckt sind. Das sind kleine Fehler, die einfach mal passieren können.

Wer jetzt mit „schönen“ Falzlinien arbeiten möchte, der braucht diese Falzlinien natürlich sichtbar, um diese in einer anderen Linienfarbe einfärben zu können.

Das ist mit ein paar Klicks erledigt:2015-06-07_11h38_06

Klickt hier das Element mit den „fehlenden“ Falzlinien an und hebt die Gruppierung für dieses Element erneut auf. Falzlinien sind meistens in Ihrer eigenen Gruppe. Das ist allerdings von Designer zu Designer verschieden.

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Wählt nun den Zuschnitt aus. Da ich alle Objekte zuvor eingefärbt habe, brauche ich einfach auf den rosafarbenen Zuschnitt klicken und habe dieses Element automatisch ausgewählt. Anschließend macht Ihr einen Rechtsklick und wählt „In den Hintergrund“ aus. Nun wird das ausgewählte Element in den Hintergrund geschoben und die „versteckten“ Falzlinien automatisch in den Vordergrund geholt.

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Damit nun beim weiteren bearbeiten der Datei nichts verloren geht, solltet Ihr die Falzlinien und den Zuschnitt wieder gruppieren.

Für die, die sich jetzt fragen, was Falzlinien sind: Die Falzlinien geben uns vor, wo wir später den Karton „knicken“ müssen,damit aus dem ganzen eine Verpackung wird. Diese Falzlinien werden von unserem Plotter „vor geschnitten“, so dass wir sie

a) besser erkennen können und
b) später den Karton besser falten können.
Falzlinien sind immer in Form einer gestrichelten Linie zu erkennen.

Die Verpackung verkleinern / vergrößern & ausschneiden: 
Auf diesem Bild habe ich Euch einmal alle Falzlinien in Schwarz eingefärbt, damit Ihr diese etwas besser erkennen könnt.2015-06-07_11h46_30

1. Ist unser Grundkörper, dass untere Teil. Zugleich ist dieses Element das größte. Wenn wir also damit beginnen, die Verpackung zu verkleinern / zu vergrößern, dann wird uns dieses Element als Orientierung dienen.

2. Ist der Deckel unserer Verpackung. Das kann man immer an den Seitenteilen erkennen, die im Gegensatz zu unserem Grundkörper wesentlich schmaler gestaltet worden sind.

3. Gehört zur Zierde und soll ein Schleifenband darstellen

4. – 6. ist unsere Blume und dient der Dekoration.

Besitzt Ihr die Portrait, so könnt Ihr diese Verpackung lediglich in der Größe Eurer Schneidematte machen. Wer einen Cameo besitzt, der kann sich aussuchen, ob er die Verpackung nun im A4 Format ausschneidet, oder ob er das ganze in 30,5 x 30,5 cm tut.

Entsprechend des Gerätes passt Ihr die Elemente an dem vorhandenen Arbeitsbereich an. Hierfür müsst Ihr unbedingt darauf achten, dass alles gleichzeitig vergrößert & verkleinert wird. Andernfalls wird ein Teil nicht mehr auf / in / um das andere Teil passen.

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Dies geht am einfachsten, wenn Ihr alle Elemente mit der Maus oder Strg-A (Windows) auswählt und über die Eckgreifer (hier durch die roten Kästchen gekennzeichnet) auf den Arbeitsbereich anpasst.

Im obigen Bild kann man ganz gut erkennen, dass ich mir den Grundkörper auf die Schneidematte gelegt habe und mich anhand diesem bei der Vergrößerung orientiert habe. Bitte nicht vergessen: Alle Elemente werden nur gemeinsam verkleinert / vergrößert.

Da jetzt kein noch größeres Objekt vorhanden ist, kann man davon ausgehen, dass alle anderen Teile auch auf den Arbeitsbereich passen werden. Lediglich die Blüten müssen später um 90 Grad gedreht werden.

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Wer möchte, der kann die Gruppierung aufheben und die einzelnen Blüten so anordnen, dass sie auf die Schneidematte passen.

Da die einzelnen Elemente verschiedene Größen haben, wird nicht alles auf ein „Blatt“ passen. Deswegen überlegt Euch vor dem Schneiden, welches Teil in welchem farblichen Farbkarton sein soll. Durch das Drehen einzelner Teile, könnt Ihr den Verschnitt reduzieren. Sofern Euch das ganze dann optisch zusagt. 🙂

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Bevor Ihr nun mit dem schneiden beginnt, macht auf jeden Fall einen Testschnitt um zu sehen, ob Ihr die Schnitteinstellungen anpassen müsst. Hierfür könnt Ihr Euch die verschiedenen Einstellungen, die bereits in der Software installier sind anschauen:

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Bei Euch werden diese Einstellungen vermutlich alle etwas verstreut sein, meine sind hier nun sortiert, deswegen kann man alle auf einmal sehen. 🙂

Schaut zuerst auf die Grammatur des Kartons, den Ihr verwenden möchtet. Anschließend sucht Ihr in den Einstellungen nach der Einstellung, die Eurer Grammatur am nähesten kommt.

Meistens funktionieren die vorgegebenen Einstellungen. Sollte es trotzdem nicht funktionieren, so könnt Ihr immer noch nacharbeiten.

Denkt daran: Je feiner / filigraner ein Motiv ist, desto niedriger wird die Geschwindigkeit eingestellt.

Kommen wir nun zu einer: „Das kannste so,oder so machen“ – Situation:

Ist das Papier mit der obigen Einstellung nicht komplett durchgeschnitten, so könnt Ihr nun folgendes machen:

~ Ihr macht den Doppelschnitt an. Das allerdings wieder davon abhängig, wie viel bis zum Durchschnitt des Papieres fehlt. Der Doppelschnitt empfiehlt sich, wenn bspw. nur noch ein paar Papierfasern miteinander verbunden sind. Das findet Ihr ganz einfach heraus:

Wenn der Schnittvorgang beendet ist, dann lasst die Schneidematte so wie sie ist, im Gerät und hebt das Schnittgut ganze vorsichtig an. Löst sich bspw. die Verpackung nicht komplett aus dem Verschnitt, dann legt das ganze wieder hin und drückt es vorsichtig wieder auf der Schneidematte an. Das andrücken ist in diesem Fall besonders wichtig, da es sonst passieren kann, dass beim schneiden das Papier von der Matte gedrückt und beschädigt wird.

~ Die Einstellungen ändern: In meinem Beispiel steht die Dicke bereits auf 30. Das heißt: Hier ist nicht mehr viel Spielraum, um die Dicke zu erhöhen. Deswegen kann man hier direkt das Messer (im Gerät) auf 5 stellen. Wichtig: Wenn Ihr das Messer von 4 auf 5 stellt, dann reduziert auf jeden Fall die Einstellung der Dicke wieder. Meistens wird die Dicke dann auf 10 – 15 gestellt. Sollte dann das Papier immer noch nicht durchgeschnitten worden sein, so habt Ihr nun die Möglichkeit die Dicke in 5 oder 10er (je nachdem, wie mutig ihr seid) zu erhöhen.

Allerdings ist das kein Patentrezept, denn jeder hat so seine eigene Herangehensweise, außerdem spielen einfach zu viele Faktoren eine Rolle, die eine konkrete Angabe zu den Schnitteinstellungen ziemlich schwer gestalten.

Zusammenkleben der Verpackung:
Wenn Ihr eine Verpackung zusammenklebt, dann solltet Ihr immer erst Aufleger (also,die Dekorationen) oder andere Dinge, die man später schwer erreichen bzw. schwer justieren kann, aufkleben –  oder vorbereiten. Vorbereiten könnte man zum Beispiel eine 3D Blume oder etwas ähnliches in dieser Richtung.

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Anschließend solltet Ihr Euch für einen Kleber entscheiden, der der Spannung Eurer Verpackung standhält. Ich benutze dafür immer doppelseitiges Klebeband aus dem Action. Da springt nichts mehr an den Seiten auf.

Bevor Ihr nun die Schutzfolien des Klebebandes entfernt, solltet Ihr die Verpackung 1x vorfalten. So bekommt Ihr einen ersten Eindruck davon, wie die Verpackung fertig aussieht, welche Klebelasche wo angeklebt werden soll und außerdem lässt sich die Verpackung so besser und gleichmäßiger zusammenkleben. 🙂

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Nun könnt Ihr das ganze zusammenkleben und habt eine schöne (hoffentlich schöner als mein Beispiel :P) Verpackung.

Ich hoffe, dass Euch diese Anleitunge in bisschen geholfen hat.

Liebe Grüße,
Anja

 

 

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