[Plotter-Tipp] Was beim aufbügeln von Bügelbildern zu beachten ist.

BügeleisenHeute soll es mal um ein paar Tipps zum aufbügeln von Bügelbildern gehen. Vor einiger Zeit schrieben mich mehrere Damen an, dass Ihre Bügelbilder sich an Ecken & Spitzen ablösen. Das ist ärgerlich und unnötig. Zumal man das auch ganz einfach verhindern kann.

In meinem Beitrag „Aufbügeln eines mehrfarbigen Bügelbildes“ hatte ich Euch bereits ein paar Tipps verraten. Einige werde ich hier noch einmal aufgreifen.

1. Der richtige Untergrund:
Für ein schönes Ergebnis ist es wichtig, dass Ihr auf einem glatten und festen Untergrund bügelt. Würdet Ihr beispielsweise auf einem Bügelbrett aufbügeln, so würde sich das Muster des Bügelbretts durchdrücken. Dies bekommt man schwer – meistens gar nicht – aus der Folie raus.

2. Die richtige Temperatur: 
Jeder Folienverkäufer, der etwas auf sich hält, hat einen kleinen „Guide“. Hier findet Ihr zahlreiche Informationen, die Euch dabei helfen sollen, die richtige Temperatur für die gewünschte Folie zu finden. Zudem findet Ihr hier auch die Information, wie lange ich beispielsweise mit dem Bügeleisen und -, oder mit der Presse pressen müsst. Diese Informationen sind vielleicht im ersten Augenblick „unnötig“ oder „langweilig“, helfen Euch aber dabei, die gekaufte Folie vernünftig zu verarbeiten. Schließlich will man von seinem Bügelbild auch etwas haben,oder?

3: Das Textil vorbereiten:
Ja, auch bei einem Bügelbild sollte man sich die Mühe machen und die Textilien entsprechend vorbereiten.

Auszug aus meinem Beitrag „Aufbügeln eines mehrfarbigen Bügelbildes“

Im Idealfall ist das Textil ohne Weichspüler vorgewaschen.

Warum ohne Weichspüler?
Der Weichspüler kann verhindern, dass sich der Kleber der Folie nicht anständig mit dem Textil “verkleben” kann.

Warum vorwaschen?
Viele Textilen verfügen von “Werk” aus über Appreturen, Chemie, und restlicher Farbe– auch das kann ein Faktor zur Haltbarkeit des Bügelbildes auf dem Textil sein.

Das Textil sollte trocken, sauber und glatt sein. Wer ganz Sicher gehen möchte, der kann das Textil vor dem aufbringen des Bügelbildes, die Fläche mit dem Bügeleisen vorpressen. Etwa  3 Sekunden sollten ausreichend sein. Das entfernt ggf. Restfeuchte und restliche Appreturen. :)

 

4. Nacharbeiten:
Besonders bei mehrfarbigen Bügelbildern ist es wichtig, dass man nach der letzten „Folienschicht“ noch einmal über das komplette Bügelbild bügelt. Ich lasse das ganze meistens 10 Minuten ruhen und bügel anschließend noch einmal auf der Vorderseite (Backpapier nicht vergessen) das ganze Bügelbild über. Anschließend wird das Textil auf Links gedreht und das Bügelbild noch einmal gebügelt.

5. Die Ruhezeit einhalten:
Sobald das Bügelbild fertig aufgebügelt ist, solltet Ihr es nicht direkt in die Waschmaschine werfen. Jeder Händler gibt eine eigene Empfehlung für die „Ruhezeit“. Also die Zeit, in der das Textil nicht gewaschen werden sollte. Manchmal sind es 24 Stunden, manchmal aber auch 36 Stunden. Das kommt immer auf den Händler und seine Folien an.  Diese Zeit braucht der Kleber, der sich auf der Folie befindet, um sich richtig mit dem Textil zu verkleben.

6. Ablösen bei Ecken & Kanten sowie „Spitzen“
Löst sich das Bügelbild an einigen Stellen, so kann man es in den meisten Fällen noch einmal überbügeln. Meistens hält es dann auch wieder. Das hängt davon ab, wie viel „Schmutz“ sich unter der Folie am Kleber in der Zwischenzeit gebildet hat. Sollte Euch also auffallen, dass sich an Eurem Bügelbild etwas ablöst, so werft es nicht noch einmal in die Wäsche. Legt es erst einmal an die Seite zu der restlichen Bügelwäsche und bügelt es anschließend noch einmal über.

Würdet Ihr das ganze jetzt noch einmal in die Wäsche werfen,würdet Ihr dem Wasser mit Weichspüler und Waschpulver eine größere „Angriffsfläche“ bieten. Heißt: Dort wo sich das Bügelbild löst läuft das Wasser zwischen Klebeschicht und Textil und kann dort die noch bestehende Klebeschicht zerstören.

7. Ohne Dampf bügeln:
Wenn wir ein Bügelbild auf einem Textil aufbringen, dann sollte die Dampf Funktion ausgeschaltet sein. Durch den heißen Dampf wird die Temperatur verschieden verteilt und kann u.a. für unsere Folie zu heiß sein. Das Ergebnis kann sein, dass die Folie darunter leidet. Da wir ja meistens mit einem Stück Backpapier oder etwas ähnlichem unsere Folie schützen, kann es zusätzlich passieren, dass die Wärmeverteilung nicht korrekt ist. Das könnt Ihr ganz einfach ausprobieren: Stell ein dampfendes Bügeleisen auf ein Backpapier und beobachtet was passiert. Das Bügeleisen wird sich von allein hin und her bewegen. Da wir ja auf einem Backpapier mit einer anderen Oberflächenstruktur(Es st halt ein gaaaanz anderes Material 😛 ) bügeln, sucht sich der Dampf einen anderen Weg um zu entweichen. Bei einem Textil würde der Dampf natürlich direkt in das Gewebe einziehen.

8. Das richtige aufbügeln:

Ich kriege häufig zu hören: „Ja,dass habe ich aber so gemacht!“. Jetzt wollte ich Euch mal zeigen, wie extrem die Wärmeverteilung bei einem Bügeleisen ist. Hierfür haben wir das Bügeleisen auf zwischen 2 und 3 eingestellt, 10 Minuten aufheizen lassen und anschließend mit einem Laser Thermometer die Temperatur gemessen.

[Wichtig: die Wärmeverteilung ist natürlich bei jedem Bügeleisen anders. 🙂 ]

Ich denke, in dem Video kann man sehr gut erkennen, wie stark die Temperaturen in den verschiedenen Bereichen der Bügelsohle schwanken. Die höchste Temperatur haben wir nur im mittleren Bereich. Alles was drumherum liegt schwankt stark. Wo in der Mitte ca. 210 Grad gemessen werden, sind es an der Spitze „nur“ 180 Grad. Unten sind es sogar noch wesentlich weniger. Nämlich nur 155 Grad.

An einem Beispiel mit Flexfolie:

2015-05-03_11h52_49Wird für meine Folie als Transferbedinung beispielsweise 165 Grad angegeben, so erreicht mein Bügeleisen bei einer 2 Punkt Einstellung diese Temperatur im mittleren Bereich. Bei allen anderen Bereichen wird diese Temperatur nicht erreicht.

 Quelle zum Bild

 

Anhand der Messungen habe ich Euch nun einmal eine kleine Grafik erstellt. Der einzige Bereích, der die entsprechende Temperatur erreicht hat, ist also der mittlere Bereich. Bis auf den oberen Bereich lagen alle anderen Bereiche deutlich unter den empfohlenen 165Grad, die wir zum aufbügeln unseres Bügelbildes benötigen würden.

Bügeleisen

 

Im Klartext bedeutet das: Wir müssen mit der – hier rot gekennzeichneten Fläche – über unser komplettes Bügelbild bügeln, damit wir das komplette Bügelbild mit 165 Grad aufgebügelt haben.

Wie immer beruht alles auf meinen eigenen Erfahrungen. 🙂 Denkt daran, dass nicht alles bei jedem zutreffen muss. Jeder hat seine eigene Methode, die bei Ihm wunderbar funktioniert. Ich habe hier lediglich ein paar Tipps und Anregungen in einen Beitrag verfasst.

♥lich, Anja

 

Kommentare (4) Schreibe einen Kommentar

  1. Dank dir! Kleiner HInweis noch: die Wärmeverteilung ist natürlich bei jedem Eisen anders! Meins (Dampfbügelstation) hat zB nur vorne in der Spitze diese Löcher für den Dampf, ich denke, dass die Wärmeverteilung in der Mitte daher homogener ist als bei deinem… denke ich… hoffe ich… LG! Susanne

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    • Ja. Richtig 😀 Ich glaube, es gibt sogar mittlerweile Bügeleisen, bei denen die Temperatur konstant über die ganze Sohle verteilt wird. Ich werde es nachtragen. Dank Dir 🙂

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  2. Ich habe eine erweiterte Frage und hoffe auf Antwort: Kann ich zwei textile, kleine Aufbügelbilder gegeneinander aufbügeln? (Ich habe ein kleines Loch in der Gardine (100% Baumwolle) und wollte von beiden Seiten einen kleinen Stern aufbügeln, wobei die Unterseiten der Sterne bestimmt teilweise aufeinander liegen werden.) Was meinst Du, geht das?

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    • Hallo – also eigentlich müsste das gehen. Ich habe meine Löcher bisher zwar nur „einseitig“ mit einem Bügelbild geflickt, aber eigentlich dürfte deiner Idee nichts im Wege stehen. Hast du mehrere Sterne,um das vielleicht vorab zu testen?

      Anja

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